Für die Sachkundeprüfung nach § 7 Waffengesetz zahlst du in der Regel zwischen 120 und 345 €. Das ist der Preis des Lehrgangs, in dem die Prüfung enthalten ist. Eine eigene Prüfungsgebühr der Behörde haben wir nicht gefunden.

Vereine und Verbände liegen bei den Beispielen unten bei etwa 120 bis 200 €, private Schulen bei etwa 300 bis 345 €. Dazu kommt später die Gebühr für die Waffenbesitzkarte, die die Behörde festlegt.

Hier siehst du, was die Prüfung kostet, wer sie abnimmt und wie sie abläuft. Das Gesetz schreibt kein einheitliches Format vor. Wir zeigen darum das Format des größten Verbands als Beispiel und sagen jeweils dazu, woher eine Zahl stammt.

Lehrgang mit Sachkundeprüfung: Beispielpreise

  • Schützengilde Balingen (Verein), 120 € für Mitglieder
  • Schützengilde Balingen, 160 € für Nichtmitglieder
  • SchiessSchuleBecker (Thüringen), 200 €
  • NBS Northern Business School (Hamburg), 345 €
Vier Beispiele aus Anbieterseiten, keine Festpreise. Balken zeigen die Preise im Verhältnis zum teuersten Beispiel. In allen Angeboten ist die Prüfung im Preis enthalten.123

Was kostet die Prüfung?

Die Sachkundeprüfung läuft über einen Lehrgangsträger oder einen Schießsportverband. Deshalb gibt es keine einheitliche Gebühr. Du zahlst die Lehrgangsgebühr, in der die Prüfung meist steckt. Die Preise unten sind Beispiele einzelner Anbieter und keine Festpreise.

Anbieter (Beispiel)PreisWas dabei ist
Schützengilde 1834 Balingen e.V., Baden-Württemberg120 € Mitglieder, 160 € NichtmitgliederLaut Ausschreibung inklusive Unterlagen, Standgebühr, Prüfung und Zeugnis; 10 Stunden Theorie, 6 Stunden Praxis, 4 Stunden Recht1
SchiessSchuleBecker, Thüringen200 €Laut Anbieter alles inklusive; optional Handout für 15 €2
NBS Northern Business School, Hamburg345 €, umsatzsteuerfreiEine Woche Teilzeit in Präsenz; Theorie mit Auswahl- und Freitextfragen, Praxis mit Schießübungen3
Lehrbuch, optionalca. 16 bis 24 €Marktpreise, Beispiele
Behördliche Prüfungsgebührnicht gefundenDas Gesetz nennt keine; die Prüfung nimmt der Lehrgangsträger oder Verband ab4

Als Spanne ergibt sich: Vereine und Verbände verlangen in unseren Beispielen etwa 120 bis 200 €, private und gewerbliche Schulen etwa 300 bis 345 €. Wichtig: Die Gebühren von 105 bis 350 €, die du bei IHK und Behörden findest, gehören zur Fachkundeprüfung für den Waffenhandel nach § 22 WaffG. Das ist ein anderes Verfahren.

Wer die Prüfung ablegen muss und wer nicht

Für eine Waffenbesitzkarte brauchst du neben Zuverlässigkeit, Eignung und Bedürfnis auch die Sachkunde. Nach § 7 Waffengesetz hat sie, wer eine Prüfung vor der dafür bestimmten Stelle bestanden hat oder die Sachkunde durch Tätigkeit oder Ausbildung nachweist.5

Die Prüfung ersetzen kann zum Beispiel:

  • Die Jägerprüfung: Wer sie bestanden hat, muss keine Sachkundeprüfung ablegen. Auch eine Bescheinigung des Ausbildungsleiters über die Teilnahme am Lehrgang zur Jägerprüfung kann reichen.4
  • Die Gesellenprüfung als Büchsenmacher.4
  • Die Fachkunde nach § 22 WaffG oder mindestens drei Jahre hauptberufliche Tätigkeit im Waffen- oder Munitionshandel, soweit sie für die Waffen- und Munitionsart geeignet ist.4
  • Eine sonstige amtliche oder staatlich anerkannte Ausbildung oder die Ausbildung als Sportschütze in einem anerkannten Schießsportverband, jeweils mit Bescheinigung.4

Erben brauchen keinen Sachkunde- und keinen Bedürfnisnachweis.6 Wie viele Menschen in Deutschland eine Waffenbesitzkarte haben, steht in unserem Artikel Waffenbesitz in Deutschland: Statistik.

Wer die Prüfung abnimmt

Die Allgemeine Waffengesetz-Verordnung kennt drei Wege:4

  • Staatlich anerkannter Lehrgang: Die zuständige Behörde erkennt den Träger an. Der Träger bildet den Prüfungsausschuss, die Anerkennung gilt im ganzen Geltungsbereich des Waffengesetzes.
  • Schießsportverband oder Verein: Vereine eines nach § 15 WaffG anerkannten Verbands dürfen für ihre Mitglieder Sachkundeprüfungen mit eigenen Ausschüssen abnehmen.
  • Anderweitiger Nachweis: etwa Jägerprüfung oder Büchsenmacher-Gesellenprüfung.

Die Waffenbehörde ist normalerweise nicht Prüfer. Der Lehrgangsträger muss sie zwei Wochen vor der Prüfung über Termin und Teilnehmer informieren. Ein Behördenvertreter darf dabei sein und zählt dann als weiterer Beisitzer.4

Ablauf Schritt für Schritt

  1. Lehrgang oder Verband wählen. Das kann ein Verein in deinem Schützenverband sein oder eine anerkannte Schule. Frag nach Termin, Preis und was enthalten ist.
  2. Lehrgang besuchen. Die Inhalte legt § 1 AWaffV fest: Recht (Waffenrecht, Beschussrecht, Notwehr und Notstand), Waffentechnik und die sichere Handhabung inklusive ausreichender Schießfertigkeit.7
  3. Theorie ablegen. Der theoretische Teil ist laut Verordnung ein Teil der Prüfung. Wie viele Fragen er hat und wie lang er dauert, steht nicht im Gesetz. Ein Beispiel siehst du im nächsten Abschnitt.
  4. Praxis ablegen. Sicherheitsregeln, Handhabung und Schießfertigkeit.
  5. Zeugnis erhalten. Der Vorsitzende des Ausschusses unterschreibt das Zeugnis über Art und Umfang der Sachkunde.8
  6. Mit dem Zeugnis zur Waffenbehörde. Dort beantragst du die Waffenbesitzkarte.

Der Prüfungsausschuss besteht aus einem Vorsitzenden und zwei Beisitzern, alle sachkundig. Höchstens ein Mitglied darf im Waffenherstellungs- oder Waffenhandelsgewerbe tätig sein.8 Die Prüfung gilt nur für die beantragte Waffen- und Munitionsart, der Nachweis kann also beschränkt sein.7

Beispiel Prüfungsformat des Deutschen Schützenbundes

Das Gesetz legt keine Fragenzahl, keine Punkte und keine Bestehensgrenze fest. Das Format hängt vom Lehrgangsträger oder Verband ab. Als Beispiel nehmen wir die Richtlinie des Deutschen Schützenbundes (DSB), beschlossen am 8. November 2025. Andere Verbände und Schulen können abweichen, wie sie prüfen, haben wir nicht gefunden.9

PunktRegelung der DSB-Richtlinie
AusbildungMindestens 22 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten, höchstens 6 Unterrichtstage, höchstens 25 Teilnehmer
Schriftlicher TeilSoll 100 Fragen haben, höchstens 120 Minuten
FragenartenMultiple Choice höchstens 80 %, der Rest mit ausformulierter Antwort
BestehenAb 75 % richtig bestanden
Grenzbereich60 bis 74 %: mündliche Prüfung direkt anschließend, Schwerpunkt auf den Fehlern
Unter 60 %Nicht bestanden
Praktischer TeilSicherheitsregeln, Handhabung, Laden und Entladen, Schießfertigkeit; erhebliche Handhabungsmängel oder ein Sicherheitsverstoß bedeuten nicht bestanden
PrüfungskommissionDrei sachkundige Personen, der Lehrgangsleiter darf den Vorsitz übernehmen

Die 100 Fragen verteilen sich nach der Richtlinie so: 30 zum Waffenrecht und je 10 zu Schießen und Schießstätten, Beschussrecht, Strafrecht (Notwehr und Notstand), Waffen- und Munitionskunde, Handhabung, Ballistik sowie Schieß- und Standaufsicht. Alle Fragen zählen gleich.9

Beim praktischen Teil gilt die Schießfertigkeit als erbracht, wenn dein Verein sie bestätigt. Sonst schießt du mindestens 5 Schuss auf eine Scheibe, alle sollen treffen.9

Woher die Fragen kommen

Der Fragenkatalog für die Sachkundeprüfung, Stand 16. Dezember 2024, wurde im Auftrag des Bundesinnenministeriums überarbeitet. Für die Prüfung sollen ausschließlich Fragen aus diesem Katalog verwendet werden, im Einzelfall dürfen Ausschüsse Verständnisfragen stellen. Bei Auswahlfragen können mehrere Antworten richtig sein, mindestens eine ist immer richtig. Bei einem Teil der Fragen formulierst du die Antwort selbst.10

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Die Lehrgangsgebühr deckt Unterricht und Prüfung ab, aber nicht das Lernen zu Hause. Dafür üben viele am besten mit dem Fragenkatalog, und genau das geht im Online-Trainer, parallel zum Lehrgang und am Handy.

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Übungsprüfung: Auswahl- und Freitextfragen

Jede Übungsprüfung mischt Auswahlfragen und Freitextfragen aus allen acht Bereichen des amtlichen Fragenkatalogs, mit Zeitlimit wie am Prüfungstag.

Bestanden hast du im Trainer erst ab 75 Prozent, so wie es viele Prüfungskommissionen für den schriftlichen Teil verlangen. Am Ende siehst du sofort, wo noch Punkte fehlen.

Lernstand je Bereich: Wann du prüfungsreif bist

Der Trainer zeigt dir für jeden der acht Bereiche, wie sicher du schon bist.

So siehst du rechtzeitig, ob etwa Aufbewahrung oder Notwehr und Notstand noch wackeln, bevor die Kommission danach fragt.

Falsche Antworten kommen wieder

Der Trainer merkt sich, was du schon kannst. Fragen, die du falsch hattest, tauchen wieder auf, bis sie sitzen.

Bei jeder Frage siehst du außerdem, wie oft andere danebenliegen und welche Antwort sie verwechseln.

Lernplan bis zum Prüfungstermin

Trag dein Prüfungsdatum ein, dann verteilt der Trainer die Fragen auf die verbleibenden Tage.

Statt alles am letzten Abend zu pauken, wartet jeden Tag eine kleine Runde.

So gehst du ohne Pauken in letzter Minute in die Prüfung am Ende deines Lehrgangs.

Geld-zurück-Garantie

Bestehst du trotzdem nicht, bekommst du beim Einmalkauf dank Geld-zurück-Garantie dein Geld zurück. Zum Vergleich: Bei SchiessSchuleBecker kostet allein die Wiederholung der schriftlichen oder mündlichen Prüfung 60 €, die der praktischen 50 €.2 Den Lehrgang und die praktische Handhabung ersetzt der Trainer nicht, den Fragenkatalog hast du damit aber sicher im Griff.

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Wiederholung und Nachprüfung

Eine nicht bestandene Prüfung kannst du wiederholen. Der Ausschuss kann eine Wartefrist verlangen.8 Nach der DSB-Richtlinie kannst du Theorie oder Praxis einzeln wiederholen, und der Ausschuss kann vorher eine erneute Ausbildung verlangen.9

Was die Wiederholung kostet, legt der Träger fest. Als Beispiel nennt SchiessSchuleBecker 50 € für die praktische und 60 € für die schriftliche oder mündliche Wiederholung, die Neuausstellung eines Zeugnisses kostet dort 20 €.2 Eine veröffentlichte Durchfallquote haben wir nicht gefunden.

Danach: die Waffenbesitzkarte

Mit dem Zeugnis beantragst du die Waffenbesitzkarte (WBK) bei deiner Waffenbehörde. Die Gebühr unterscheidet sich je nach Land und Behörde. Als Beispiel zeigt das Berliner Gebührenverzeichnis:6

  • 87 €: WBK für Sportschützen mit Erwerbsberechtigung für die erste von bis zu 2 Kurzwaffen oder bis zu 3 halbautomatischen Langwaffen.
  • 112 €: erste von mehr als 2 Kurzwaffen oder 3 halbautomatischen Langwaffen (Sportschützen); ebenso im Erbfall.
  • 31 €: für Jäger (erste von 2 Kurzwaffen).
  • 121 €: erste Waffe für alle anderen Antragstellenden.
  • 60 % der WBK-Gebühr kostet jede weitere Erwerbsberechtigung in einer vorhandenen WBK.

Rechnest du das Beispiel zusammen, kommst du mit Verein und Sportschützenstatus in Berlin auf etwa 207 € (120 € Lehrgang, 87 € WBK) und mit teuerster Schule und 121 € Gebühr auf etwa 466 €. Gebühren anderer Länder haben wir nicht ermittelt, die erfragst du bei deiner Waffenbehörde.

Weitere Voraussetzungen für Sportschützen laut Berliner Service-Seite: Das Mindestalter liegt in der Regel bei 25 Jahren. Mit positivem amts- oder fachpsychologischem Zeugnis genügen 21, für bestimmte Kleinkaliberwaffen und Flinten reichen 18 Jahre. Das Gutachten zahlst du selbst, einen Preis haben wir nicht gefunden.6

So sparst du

  • Vereinslehrgang prüfen: In unseren Beispielen liegen Vereine bei 120 bis 200 €, private Schulen bei 300 bis 345 €. Frag nach, was im Preis steckt.
  • Jägerprüfung nutzen: Wer sie hat, braucht keine Sachkundeprüfung.4
  • Im ersten Anlauf bestehen: Jede Wiederholung kostet Gebühr und Zeit. Den Fragenteil übst du mit dem Katalog im Waffensachkunde-Trainer.
  • Auf Zusatzkosten achten: Handout, Lehrbuch und Standgebühr können extra kosten.2

Der Trainer ersetzt keinen Lehrgang und nicht den praktischen Teil. Was er kann, steht oben im Abschnitt Unser Waffensachkunde Online-Trainer.

Häufige Fragen

Was kostet die Waffensachkundeprüfung?

In unseren Beispielen zwischen 120 und 345 €, je nach Anbieter. Das ist die Lehrgangsgebühr inklusive Prüfung. Eine eigene behördliche Prüfungsgebühr haben wir nicht gefunden.13

Wie viele Fragen hat die Sachkundeprüfung?

Das Gesetz legt keine Zahl fest. Der Deutsche Schützenbund nennt in seiner Richtlinie 100 Fragen in höchstens 120 Minuten, bestanden ab 75 %. Andere Träger können abweichen.49

Muss ich die Sachkundeprüfung machen, wenn ich Jäger bin?

Nein. Die bestandene Jägerprüfung ersetzt die Sachkundeprüfung.4

Wer nimmt die Prüfung ab?

Ein Prüfungsausschuss aus Vorsitzendem und zwei Beisitzern, gebildet vom Lehrgangsträger oder vom Schießsportverband. Die Waffenbehörde ist nicht Prüfer, darf aber teilnehmen.84

Was passiert, wenn ich durchfalle?

Du kannst die Prüfung wiederholen. Der Ausschuss kann eine Wartefrist verlangen. Nach der DSB-Richtlinie führen 60 bis 74 % zunächst in eine mündliche Ergänzungsprüfung.89

Was kostet die Waffenbesitzkarte?

Das hängt von der Behörde ab. In Berlin sind es zum Beispiel 87 € für Sportschützen mit der ersten Erwerbsberechtigung und 121 € für die erste Waffe anderer Antragsteller.6

Quellen

  1. Schützengilde 1834 Balingen e.V.: Ausschreibung Sachkundelehrgang 2026 (Preis, Umfang) (vereinonline.org)
  2. SchiessSchuleBecker: Anmeldung Sachkundelehrgang (Preis, Wiederholungsgebühren) (form.jotform.com)
  3. NBS Northern Business School: Waffensachkunde nach § 7 WaffG (Preis, Ablauf) (wbstraining.de)
  4. Allgemeine Waffengesetz-Verordnung, § 3 Anderweitiger Nachweis, Lehrgänge (gesetze-im-internet.de)
  5. Waffengesetz, § 7 Sachkunde (gesetze-im-internet.de)
  6. Service Berlin: Waffenbesitzkarte (grün) beantragen (Gebühren, Voraussetzungen) (service.berlin.de)
  7. Allgemeine Waffengesetz-Verordnung, § 1 Umfang der Sachkunde (gesetze-im-internet.de)
  8. Allgemeine Waffengesetz-Verordnung, § 2 Prüfungsausschuss und Prüfung (gesetze-im-internet.de)
  9. Deutscher Schützenbund: Richtlinien für den Nachweis der Sachkunde (beschlossen 08.11.2025) (dsb.de)
  10. Fragenkatalog für die Sachkundeprüfung gemäß § 7 WaffG (Stand 16.12.2024, Spiegel der NBS) (nbs.de)